Den Grundstein für das Weingut legten meine Eltern Rosi und Franz Ende der 1970er-Jahre. Meine Mutter absolvierte als Winzerstochter die Weinbauschule in Eisenstadt und arbeitete in der Folge am elterlichen Weingut in Sankt Margarethen im Burgenland. Mein Vater war Lehrer für Kellerwirtschaft in Eisenstadt und brachte ein paar Weingärten, knapp drei Hektar, mit ein. Er blieb seinem Lehrberuf immer treu, weshalb das Weingut den Namen von Beginn an der Winzerin Rosi Schuster tragen sollte.

Meine ersten Weine, einen Chardonnay und einen Sankt Laurent, vinifizierte ich im Jahr 2000 noch während meiner Schulzeit in Klosterneuburg. Speziell Sankt Laurent passte damals so gar nicht zum Portfolio des Weinguts, das mehrheitlich für Cuvées aus französischen Rebsorten bekannt war. Für mich aber war sie die perfekte – und von meinen Eltern unabhängige – Spielwiese. Sie ließen mich meine eigenen Erfahrungen sammeln. Wichtig waren mir damals schon alte Reben, um Herkunft im Wein bestmöglich auszudrücken. Im Keller nahm ich bewusst den Einfluss des Holzes zurück und arbeitete mit Spontangärung und langem Hefekontakt.

Generationenwechsel. Als mein Vater 2005 erkrankte, stieg ich ins mittlerweile zwölf Hektar Rebfläche umfassende Weingut ein und führte es gemeinsam mit meinen Eltern. 2007, nach dem Tod meines Vaters, übertrug mir meine Mutter Rosi Schuster das Weingut. Gemeinsam mit ihr hatte ich es in der Zwischenzeit neu strukturiert, auf biologische Bewirtschaftung umgestellt und beschlossen, dass der Name unverändert bleiben sollte. Mit der Betriebsübergabe legte ich mein Hauptaugenmerk auf die Rebsorten Blaufränkisch und Sankt Laurent. Die Weingärten mit internationalen Rebsorten habe ich verkauft, gerodet oder getauscht, weshalb die Rebfläche meines Betriebes sogar ein wenig schrumpfte.

Herkunft. Ich habe eine klare Vorstellung von Herkunft. Das Burgenland, eines der ältesten und spannendsten Weinbaugebiete der Welt – mit Sedimenten des pannonischen Urmeeres, seinen sanften Hügeln und Hängen und mit seinem pannonischen Klima – gibt die Richtung vor. Lokale Rebsorten tragen das Gebiet in ihrer DNA und nur sie können es zum Ausdruck bringen.

Rebsorten. Sankt Laurent und Blaufränkisch sind meine zentralen Rebsorten und machen rund 75 Prozent der Gesamtproduktion von 50.000 Flaschen aus. Etwa 12.000 Flaschen sind mit Weißwein befüllt, hauptsächlich mit Grünem Veltliner und Furmint.

Weingärten. Sie liegen verteilt auf etwa vierzig Parzellen in sechs burgenländischen Dörfern: Sankt Margarethen, Zagersdorf, Oslip, Schützen am Gebirge, Donnerskirchen und Müllendorf. Insgesamt bewirtschafte ich 14 Hektar Rebflächen, von denen knapp 13 Hektar im Ertrag sind. Seit dem Jahrgang 2011 ist das Weingut biozertifiziert.Bedingt durch die kleinen Weingärten tragen meine Weine eine Ortsangabe und (zur Zeit noch) keine Lagenbezeichnung.

„Bei mir gibt es keine Schönung, keine Filtration, keine Zusätze wie Enzyme oder Hefen, keine Auf- oder Entsäuerung oder sonstige Eingriffe, die allesamt laut österreichischem Weingesetz möglich wären.“

Dennoch fälle ich übers Jahr hunderte Entscheidungen – weil Wein eben nicht von alleine wächst, sondern in seiner Entstehung begleitet werden muss. Meine Weine entstehen im Weingarten. Dort legen die in unseren gesunden Böden tief verwurzelten Reben den Grundstein. Wir ernten die ausgereiften Trauben ausschließlich per Hand und verarbeiten sie schonend. Im Keller gebe ich ihnen eine entsprechend lange Reifezeit, die durch Ruhe und nicht durch Eingriffe geprägt ist. Nur dann entstehen Weine mit Balance, Zartheit und zeitloser Eleganz. Davon bin ich überzeugt.